Bericht und Audiolink

zum ÖJV-Onlineseminar

50 Jahre Horst Stern: Bemerkungen über den Rothirsch

Di. 21.12.2021

Beginn 19.00 Uhr bis ca. 20.10 Uhr

 

Der Film findet sich auf youtube. der Audiomitschnitt der Veranstaltung ebenfalls.

 

Der von Dr. Wolfgang Kornder moderierte Gesprächsabend wurde durch Interviewmitschnitte von Dr. Georg Sperber eingeleitet, der Mitinitiator und Mitgestalter des Stern-Filmes war. (Interviewausschnitte aufgenommen Nov. 2021)

 

-       Haselhühner überzeugten Stern: In dem vom Rotwild leergefressenen bayerischen Wald taten sich Haselhühner schwer, eine ausreichende Nahrungsgrundlage zu finden. Bei einem Spaziergang mit Dr. Sperber wurde dies Horst Stern bewusst, so dass er sich für den Film entschied.

-       Bernhard Grzimek zieht mit: Damalige Größen aus der Tier- und Naturszene wie Bernhard Grzimek konnten für die Sache gewonnen werden.

-       Schälschäden überzeugten Staatsminister Eisenmann: Politisch war der damalige Staatsminister Hans Eisenmann eine ganz wichtige Figur, den Dr. Sperber aufgrund der massiven Schälschäden im Bayerischen Wald für die Reduktion des Rotwildes gewinnen konnte.

-       Rotwildreduktion im Wintergatter: Die Reduktion des Rotwildes erfolgte durch einige wenige angestellte, engagierte Jäger rechtlich ganz sauber im Wintergatter.

 

Dann folgte Prof. Dr. Ulrich Schraml (1997 Promotion an der Forstwissenschaftlichen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität, Freiburg/Brsg. mit einer Arbeit über Normen und Verhalten von Jägern, seit 2014 Leitung der Professur für Forst- und Umweltpolitik, Universität Freiburg, aktuell Direktor der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg)

 

Ulrich Schraml sieht in dem Film von 1971 eine Zäsur im Jagd-Wild-Bereich. Dadurch, dass Horst Stern das damals gängige „Hirschbild“ auf- und angriff und sich dabei nicht scheute, die im Hintergrund stehenden menschlichen Verursacher dieser Misere zu benennen, bekam er die nötige Aufmerksamkeit und erzeugte eine Atmosphäre, die ankam. Nach wie vor aktuell sind die damals normengebenden Strukturen vorhanden, wo in geschlossenen Kreisen ein entsprechend normiertes Weltbild erzeugt und aufrechterhalten wird. Der jagdliche „Kulturkampf“ in Bayern, oftmals ausgetragen in Grabenkämpfen, weise ja darauf hin. Allerdings ist die Analyse der Umwelt und des Waldes heute viel fundierter als zu Stern´s Zeiten. Heute versuchen manche Gruppierungen ein neues Hirschbild zu entwickeln und zu verankern, das den Rothirsch nicht als Zerstörer des Waldes, sondern als Biotopbildner und als Symbol der Freiheit darstellt, um damit die Politik zu beeinflussen. Stern liegt inzwischen 50 Jahre zurück. Wir bräuchten wieder charismatische, medienerfahrene und mutige Leute, die Stern´s damaliges Anliegen heute vernehmbar zur Sprache bringen. Politisch sollte der Vorrang des Waldes klar benannt werden.

 

Prof. Dr. Hubert Weiger (Von 2002 bis 2018 Vorsitzender des BUND Naturschutz Bayern, von 2007 bis 2019 Vorsitzender des  Bundesverbandes, des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), den er 1975 mitgegründet hat.

 

Hubert Weiger, der in der Gruppe „Ökologie“ in den 70ger Jahren zusammen mit Konrad Lorenz, Hubert Weinzierl, Horst Stern oder Georg Sperber als junger Forstreferendar mitgearbeitet hat, hat den Film nicht nur aus der Sicht der Forstwirtschaft gesehen, sondern auch aus der Sicht des Naturschutzes. Das Symboltier „Rothirsch“ war ja damals einseitig normiert und omnipräsent. Und im Naturschutz regte sich bereits damals Kritik und so wuchs die Haltung im Bund Naturschutz, zu hohe Schalenwildbestände zu problematisieren. Stern war in dieser Diskussion vielleicht der prägnanteste Kritiker mit einer „befreienden“ Botschaft. So wurde Stern zum „Segen für den modernen Naturschutz“. 

Weiger betonte die Problematik zu hoher Schalenwildbestände (vor allem Rot-, Reh- und Gamswild). Zum saurem Regen in den 70ger Jahren kam hinzu, dass der Wald von unten durch überhöhte Schalenwildbestände eine weitere gravierende Bedrohung erfuhr. „Wald vor Wild“ wurde der Sache nach damals von Minister Hans Eisenmann formuliert und politisch mitgetragen. Wer Schalenwildbestände anpasst, schützt den Wald, den Waldnaturschutz und letztlich auch den Lebensraum des Schalenwildes. Der in der Diskussion gebetsmühlenartig vorgebrachte diffamierende Vorwurf, wer Schalenwildbestände anpasse sei ein „Schädlingsbekämpfer“, ist „absurd“. Auch heute noch haben wir teils „maßlos überhöhte“ Schalenwildbestände. Wir haben aber inzwischen viele gute Beispiele, die zeigen können, „wie (z.B.) fantastische Weißtannenverjüngungen“  und Edellaubholz als Naturverjüngung  hochkommen. Die „gesellschaftliche Aufgabe der Jagd“ ist nach wie vor sehr aktuell  und sollte endlich auf der Fläche realisiert werden.

 

Der Abend hat gezeigt, dass auch 50 Jahre nach der Erstaustrahlung des Filmes die Inhalte aktuell wie damals sind. 

 

Dr. Wolfgang Kornder

 

(1. Vorsitzender ÖJV Bayern und Mitinitiator von hunting4future) 

 

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Horst Stern - 50 Jahre Bemerkungen über
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Hunting4future - Onlineseminar

Wald(um)bau, Rotwild und der Wolf

Mi. 20. Okt. 2021

Beginn 19.00 Uhr bis ca. 20.30 Uhr

 

Das Seminar war mit dem Bogen vom Wald über das Rotwild zu den Wölfen sehr spannend und sehr gut besucht.  

Im Anhang finden Sie die Referate des Onlineseminares als Download.  

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Prof. Dr. Manfred Schölch (Vorsitzender ANW Bayern): Zum Einfluss des Schalenwildverbisses auf Bäume
Prof. Schoelch_Rehwildverbiss_und_Waldba
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Daniel Zippert (Betriebsleiter BaySF Hammelburg): Das Rotwildmanagementkonzept des Forstbetriebes Hammelburg
211020_Präsentation_Rotwildmanagementkon
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David Gerke (Gruppe Wolf Schweiz): Wer Hirsche sät, wird Wölfe ernten!
Praesentation_RotwildWolf_OEJV - David G
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Zu hohe Rehwildbestände bedingen vielfaches Tierleid. 2020 gab es ca. 200.000 Wildunfälle mit Rehwild in Deutschland!
Zu hohe Rehwildbestände bedingen vielfaches Tierleid. 2020 gab es ca. 200.000 Wildunfälle mit Rehwild in Deutschland!

Hunting4future - Onlineseminar

Effektiv jagen – und der Tierschutz jagt mit!

14. Sept. 2021

 

Die pdf´s mit den Vorträgen der Referenten finden Sie im Anhang. 

 

Das Seminar mit über 70 Teilnehmer:innen wurde z.B. auf der Homepage des Vorarlberger Waldvereins aufgenommen: Tierschutzgerechte Rotwildreduktion – Waldverein  

Dazu berichtete das bayerische landwirtschaftliche Wochenblatt (4.10.2021: Ökologischer Jagdverein Bayern vergibt Wald-vor-Wild-Preis.) https://www.wochenblatt-dlv.de/feld-stall/wald/acht-baumarten-windwurfflaeche-566952?utm_campaign=blw-mo-fr-nl&utm_source=blw-nl&utm_medium=newsletter-link&utm_term=2021-10-04

 

  

 

 

Der Tierschutz gewinnt in unserer Gesellschaft zu Recht an Bedeutung und ist wie der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen im Grundgesetz (20a GG) fest verankert.

 

Nach dem Tierschutzgesetz hat der Mensch aus seiner Verantwortung für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leid oder Schäden zufügen. Da zum Tierschutz auch das Töten von Tieren gehört, ist nicht nur im Schlachthaus, sondern auch bei der Jagd oder beim Fischfang verantwortungsvoll damit umzugehen. Zugleich ist zu beachten, dass angesichts von Tierseuchen, wie z. B. der Afrikanischen Schweinepest (ASP), oder von zu hohen Wildbeständen viele Probleme, wirtschaftliche Schäden, auch Leid und Stress für wildlebende Tiere entstehen, die durch effektives Jagen verringert werden können. Das Onlineseminar „Effektiv Jagen - und der Tierschutz jagt mit!“ will den Blick dafür schärfen.

 

Mit drei Referaten wollen wir dazu grundlegende Gedanken und Beispiele aus der Praxis zur Diskussion stellen. Hunting4future will damit einen Diskussionsbeitrag zu einem schwierigen, aber wichtigen Thema liefern.

 

 

Referenten und Themen der Kurzreferate (ca. 20 Minuten)

 

Dr. Wolfgang Kornder (Mitinitiator von hunting4future): Überlegungen zu Jagd und Tierschutz

Michael Bartl (Jagdpächter): Jagen mit dem Wärmebild

Roland Kaiser (Leiter des Thüringer Forstamts Sonneberg): (Zeitgemäßer) Saufang

 

Moderation: Uwe Köberlein (Mitinitiator von hunting4future)

 

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Überlegungen zu Jagd und Tierschutz - Dr. W. Kornder - h4f 210914
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Saufang_ÖJV - R. Kaiser h4f 210914
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Wärmebildtechnik auf der Jagd - Michael Bartl - h4f 210914
Wärmebildtechnik auf der Jagd - Michael
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Impressionen vom Onlineseminar am 9. Juni 2021
Impressionen vom Onlineseminar am 9. Juni 2021

Hunting4future: Huftiere, Wald und Jagd

Onlineseminar Wissenschaft und Praxis   

am 9. Juni 2021

Beginn 19.00 Uhr bis ca. 20.30 Uhr

 

Im Anhang finden Sie die pdf´s der PowerPoint-Präsentationen! 

 

Klimawandel, Artenschwund und der drängende Waldumbau stellen uns vor gewaltige Aufgaben. Im Onlineseminar beleuchten wir dazu die Rolle der Huftiere in unterschiedlichen Ökosystemen, stellen Bayerns größtes Waldumbauprojekt im Privatwald vor und beschäftigen uns mit der Rehwildbejagung im Wirtschaftswald.

 

Hunting4future will damit auf wissenschaftlicher und praktischer Basis zur Klärung drängender Fragen beitragen.

 

Referenten und Themen der Kurzreferate (ca. 20 Minuten)

Prof. Dr. Jörg Müller (Professor für Tierökologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und stellvertretender Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald.): Huftiere im Wald – Fluch oder Segen für die biologische Vielfalt?

Dr. Ralf Straußberger (Waldreferent des BN): Zukunftswald Rohr – Bayerns größtes Waldumbauprojekt im Privatwald

Philip Bust (Fachreferent Jagd- und Wildtiermanagement des BBV): Effektive Rehwildbejagung 

 

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Philip Bust - Effektive Rehwildbejagung
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Prof. Dr. Jörg Müller - Huftiere im Wald - Fluch oder Segen für die biologische Vielfalt?
210609_Prof._Dr._Jörg_Müller_Huftiere_in
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Dr. Ralf Straußberger: Zukunftswald Rohr ...
Waldumbauprojekte Zukunftswald Rohr BN S
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